SEV Hamburg - Berlin - meistgelesen am 2. März 2026
Kurzfristiger Austausch der Fahrzeugflotte verärgert DB InfraGo
Ecovista, der Betreiber des Schienenersatzverkehrs zwischen Hamburg und Berlin, tauscht kurzfristig seine Busflotte aus. Die Deutsche Bahn behält sich rechtliche Schritte vor.
Dies berichtet der »Nordkurier«. Die neuen Fahrzeuge sollen ab dem 1. März unterwegs sein. Grund für den Wechsel sei eine Änderung beim Fahrzeugleasing, teilte das Busunternehmen Ecovista, das den Schienenersatzverkehr mit rund 200 Bussen und 500 Fahrern betreibt, am Sonnabend mit, wie die Zeitung berichtet. Der Tausch der Fahrzeugflotte stehe in keinem Zusammenhang mit der länger dauernden Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg–Berlin, so Ecovista.
Die Deutsche Bahn (DB) habe deutlich verstimmt reagiert: Ecovista plane den Einsatz von Fahrzeugen, die nicht den vertraglichen Vereinbarungen mit der DB InfraGO und den zuständigen Eisenbahnverkehrsunternehmen entsprächen. Klar geregelte und mit Aufgabenträgern und Eisenbahnverkehrsunternehmen abgestimmte Qualitätskriterien in Bezug auf Fahrzeugdesign, Ausstattung der Busse und Reisenden-Information würden nicht eingehalten, so der Nordkurier.
»Dieses Vorgehen werden die DB InfraGO sowie die Aufgabenträger und Eisenbahnverkehrsunternehmen nicht tolerieren. Die DB InfraGO hat den Auftragnehmer Ecovista aufgefordert, unmittelbar zum vertraglich vereinbarten Zustand zurückzukehren und behält sich rechtliche Schritte vor«, sagte Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte der DB InfraGO, der Deutschen Presse-Agentur dpa).
Laut Brancheninsidern habe der englische Geldgeber von Ecovista die Mietverträge für die 200 Busse aufgrund bisher nicht geleisteter Mietzahlungen zum 28.02.2026 gekündigt und bereits einzelne Fahrzeuge sichergestellt. Der Ecovista-Inhaber Michael Bader habe über seine Tochter Mundstock bei Unternehmen Deutschlandweit Busse angemietet die ab dem 01.03.2026 den SEV fahren. Die DB InfraGo sei von dem englischen Unternehmen über den Sachverhalt informiert worden.
Laut Ecovista würden alle Linien wie gewohnt und nach Fahrplan bedient. Da die Fahrzeuge getauscht würden, seien die Busse teils mit anderen als den bekannten Ausstattungsmerkmalen im Einsatz. Das gelte mitunter für die bekannte Folierung im Farbton Verkehrspurpur. Vorübergehend werde es auch bei der Übertragung der Fahrdaten in Echtzeit Einschränkungen geben, heißt es weiter.
»Wir tun alles dafür, die neue Fahrzeugflotte so schnell und unauffällig wie möglich einzuführen und den Ersatzverkehr weiterhin so stabil wie möglich zu fahren. Die Leitstelle und unser Fahrpersonal arbeiten wie gewohnt, um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen – rund um die Uhr, an sieben Tagen die Woche«, hieß es bei Ecovista.
Die Bahn habe darauf verwiesen, dass die DB InfraGO und die zuständigen Eisenbahnverkehrsunternehmen im Rahmen des Schienenersatzverkehrs rund um die Sanierung des Bahnkorridors Hamburg - Berlin klare Standards vorgegeben hätten. Die Busse zeichneten sich unter anderem durch ein einheitliches Design im Farbton Verkehrspurpur, einheitliche Außenanzeigen sowie Systeme zur Reisenden-Information aus.
Laut Ecovista stehe der Tausch der Fahrzeugflotte in keinem Zusammenhang mit der länger dauernden Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg–Berlin. Auch über den 30. April hinaus könne der Schienenersatzverkehr durch Ecovista sichergestellt werden.
Die Sanierung der Strecke dauert länger als geplant - nach Bahn-Angaben eine Folge des frostigen Winters. Man gehe davon aus, dass die Wiederaufnahme des Betriebs zum 30. April nicht mehr möglich sein werde, teilte die DB InfraGo kürzlich mit. Ein neuer Zeitplan sol am 13. März bekanntgegeben werden.
18.02.2026
Sanierung des Bahnkorridors Hamburg–Berlin
Wochenlanger Frost und Schnee beeinträchtigen Baufortschritt