Während der Sanierung werden Gewerke wie Gleise und Oberleitungen umfangreich erneuert. ( Foto: Deutsche Bahn AG/ Michael Neuhaus )
Weitere Korridorsanierungen der Deutsche Bahn gestartet - meistgelesen am 10. Februar 2026
Umfangreiche SEV-Leistungen greifen
In Nordrhein-Westfalen und in Bayern hat die DB Infra Go zwei vielbefahrene Bahnstrecken gesperrt, auf beiden Verbindungen greift ein umfassendes Ersatzkonzept.
Beim Bahnkorridor zwischen Hagen, Wuppertal und Köln sowie dem Bahnstrecke Nürnberg – Regensburg hat die DB Infra Go mit den Generalsanierungen begonnen. Mit dem Korridor zwischen Ruhrgebiet, Bergischem Land und Rheinland startet die DB Infra Go ihre erste große Sanierung in Nordrhein-Westfalen. Die Sanierung soll fünf Monate dauern, die Fern- und Güterverkehrszüge fahren bis zum 10. Juli 2026 auf Umleitungsstrecken. Für die betroffenen S-Bahn- und Regionalzüge kommen als Ersatz laut DB bis zu SEV-200 Busse zum Einsatz.
Während der Zeit der Generalsanierung zwischen Februar und Juli 2026 werden zwischen Ruhrgebiet, Bergischem Land und Rheinland 81 Kilometer Gleis, 50 Weichen sowie 29 Kilometer der Oberleitung erneuert oder umfassend instandgesetzt. Darüber hinaus setzt die DB Infra Go auf die umfassende Sanierung von zwölf Bahnhöfen. Neben den großen Bahnhöfen wie Wuppertal Hauptbahnhof und Solingen Hauptbahnhof gilt dies auch für kleinere Stationen. Die Arbeiten an den Bahnhöfen werden auch über den Zeitraum der aktuellen Bauphase hinaus bis Ende 2027 fortgesetzt. Ziel ist es, die hochbelastete Eisenbahnstrecke langfristig verlässlicher und leistungsfähiger zu machen, so die DB.
Für die Zeit der Bauarbeiten wurde in Abstimmung mit den Aufgabenträgern und den betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen ein Ersatzkonzept für den Nahverkehr erarbeitet. Dabei setzt die DB auch auf die Erfahrungen der bisherigen Generalsanierungen zwischen Mannheim und Frankfurt sowie zwischen Hamburg und Berlin. Über den gesamten Bauzeitraum kommen auf den betroffenen Nahverkehrs- und S-Bahnlinien Ersatzbusse zum Einsatz. Dabei setzen die DB sowie die Aufgabenträger und Eisenbahnverkehrsunternehmen wie üblich auf einen Mix aus Bussen, die alle Haltestellen anfahren sowie Expressbusse mit ausgewählten Halten.
Für die Ersatzverkehre während der Generalsanierungen hat die DB in Abstimmung mit den Aufgabenträgern einheitliche Qualitätsvorgaben sowie ein konsistentes Erscheinungsbild in der Farbe Verkehrspurpur definiert. Diese Standards kommen aktuell auf dem Korridor zwischen Hamburg und Berlin zur Anwendung und greifen auch für die Ersatzverkehre auf der Strecke Hagen – Wuppertal – Köln. Dazu gehören unter anderem neuwertige und barrierefrei zugängliche Fahrzeuge, die ausreichend Stauraum für Gepäck bieten und über Wlan an Bord verfügen.
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Die Generalsanierung der Bahnstrecke Nürnberg – Regensburg begann nahezu zeitgleich und soll ebenfalls fünf Monate dauern. Züge des Fern- und Güterverkehrs werden umgeleitet, für die ausfallenden Regionalzüge sind Ersatzbusse im Einsatz, zudem werden im Regionalverkehr auf einer alternativen Bahnverbindung von Nürnberg nach Regensburg die Kapazitäten erhöht. Die rund 88 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Regensburg gehört mit über 350 Zügen täglich zu den verkehrsreichsten Strecken in Bayern und gilt als hochbelastet, die Infrastruktur ist teilweise veraltet und sehr störanfällig.
Während der Sanierung werden die pünktlichkeitsrelevanten Gewerke wie Gleise und Oberleitungen umfangreich erneuert. Ziel der fünfmonatigen Bauphase ist es laut DB, die Bahnstrecke langfristig widerstandsfähiger und stabiler zu machen. Geplant ist die Erneuerung oder Instandhaltung von 96 Kilometern Gleise, 74 Weichen und 81 Kilometern Oberleitung. Für mehr Flexibilität bei Störungen auf der Strecke entstehen zwei zusätzliche Weichenverbindungen (Überleitstellen), eine weitere wird baulich vorbereitet. Die Leit- und Sicherungstechnik wird modernisiert und der Einbau des Zugbeeinflussungssystems ETCS vorbereitet. Die DB modernisiert alle 20 Bahnhöfe zwischen Feucht und Regensburg-Prüfening.
Während der Bauarbeiten bis 10. Juli ist auf der Strecke kein Zugverkehr möglich. Der Ersatzverkehr umfasst den Korridor zwischen Nürnberg Hauptbahnhof und Regensburg Hauptbahnhof sowie die Umleiterstrecken Neustadt (Donau) – Regensburg und Landshut – Plattling. Als Ersatz für Züge im Nahverkehr kommen entlang der gesamten Strecke Nürnberg – Regensburg sowie auf den angrenzenden Umleiterstrecken in Spitzenzeiten über 90 Busse zum Einsatz. Diese verkehren auf acht Linien und legen täglich über 45.000 Kilometer zurück.
Für die Ersatzverkehre während der Generalsanierungen hat die DB in Abstimmung mit den im Nahverkehr zuständigen Aufgabenträgern einheitliche Qualitätsvorgaben sowie ein konsistentes Erscheinungsbild in der Farbe Verkehrspurpur definiert. Ab 14. Juni gibt es wegen des Starts der Generalsanierung Regensburg – Passau weitere Einschränkungen im Fernverkehr zwischen Nürnberg, Regensburg, Passau und Wien.
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Veröffentlicht am: 10.02.2026