Neunkircher Verkehrsgesellschaft - meistgelesen am 1. Juni 2026
NVG-Geschäftsführung erwägt, frühere Wirtschaftsprüfer in Regress zu nehmen
Im Skandal um die Neunkircher Verkehrsgesellschaft (NVG) erwägt die aktuelle Geschäftsführung Regressforderungen gegen die beiden früheren Wirtschaftsprüfungsgesellschaften.
Im Gutachten der Beratung Teneo zur Neunkircher Verkehrsgesellschaft (NVG) gibt es teils heftige Kritik an der Arbeit der beiden früheren Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Die aktuelle NVG-Geschäftsführung wolle nun Regressforderungen prüfen, berichtet der Saarländische Rundfunk (SR) am 29. Mai.
Hintergrund seien Ergebnisse des vertraulichen Gutachtens, das dem SR vorliegt und in dem die Arbeit der Wirtschaftsprüfer teils heftig kritisiert werde.
So habe die Saarlouiser CLS über einen ungewöhnlich langen Zeitraum, nämlich 17 Jahre, die NVG geprüft, erst im Jahr 2023 habe der Aufsichtsrat zur Saarbrücker W+ST gewechselt. Beanstandungen hätten beide keine gehabt, dem Aufsichtsrat seien vielmehr jeweils »uneingeschränkte Bestätigungsvermerke« vorgelegt worden, so der SR.
Für ein ÖPNV-Unternehmen betriebsfremde Ausgaben, wie Filmsponsoring, Anschaffung eines Dönergrills oder auch die 170 sogenannten Nuller-Fahrten, seien dabei nicht erwähnt worden.
Für die Gutachter von Teneo sei dies ein Unding: Die Ergebnisse der beiden Wirtschaftsprüfer seien teils »nicht nachvollziehbar«, gar »hochgradig kritisch«. W+ST habe Passagen seines Prüfberichts »nahezu wortgleich von CLS übernommen«.
Wie der SR weiter berichtet, habe W+ST auf SR-Anfrage lediglich erklärt, dass man sich an sämtliche gesetzliche Vorgaben halte. CLS habe sich zu mandatsbezogenen Sachverhalten grundsätzlich nicht äußern wollen.
Die NVG und ihre Wirtschaftsprüfer, seien vermutlich auch ein Thema für den Untersuchungsausschuss, der sich am 29. Mai konstituiert hat, so der SR. Das Jahreshonorar der Wirtschaftsprüfer habe zuletzt bei 31.400 Euro gelegen.
19.02.2026
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