Die Kosten des Busverkehrs sind 2025 im Vergleich zum Vorjahr laut BW Index insgesamt um rund 2,8 Prozent gestiegen, am stärksten war in diesem Zeitraum die Kostensteigerung beim Personal. ( Foto: Wikimedia.Commons )
Baden-Württemberg-Index ÖPNV Straße 2025 veröffentlicht
Kosten für Busunternehmen sind erneut gestiegen
Seit fünf Jahren gibt es den Baden-Württemberg-Index ÖPNV Straße, der aktuelle Index zeigt, wie wichtig er ist, aber auch, dass seine Wirksamkeit an Grenzen stoßen kann.
Das Verkehrsministerium hat den Baden-Württemberg-Index (BW-Index) für den Öffentlichen Personennahverkehr auf der Straße für das Jahr 2025 veröffentlicht, der die Veränderung der Kosten für Busverkehre in Baden-Württemberg im Vergleich zum Vorjahr widerspiegelt. Der Index zeigt, dass die Kosten im ÖPNV weiter angestiegen sind. Der Anstieg falle jedoch weniger stark aus als in den Vorjahren, so das Ministerium.
Der Index bildet jährlich die zentralen Kostensteigerungen des Busverkehrs in den Bereichen Personal, Kapitalkosten, Instandhaltung, Treibstoff/Energie sowie sonstige Kosten ab und sorgt auf diese Weise bei den lang laufenden Dienstleistungsverträgen im ÖPNV für verlässliche Finanzierung. Der nun veröffentlichte Index bildet die Kostensteigerungen von 2024 zu 2025 ab.
Die stärkste Steigerung verzeichnen weiterhin die Personalkosten. Die Zunahme liegt bei vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Kosten für Kraftstoffe sind 2025 zurückgegangen; so sanken die Kosten für Diesel um 1,5 Prozent und auch die Stromkosten reduzierten sich um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der aktuelle Anstieg des Dieselpreises werde sich wahrscheinlich im nächsten BW-Index widerspiegeln, erklärte das Ministerium in diesem Zusammenhang. Die Teuerung bei allen weiteren Kostenparametern ist in einem ähnlichen Rahmen wie 2024 ausgefallen und bewegt sich zwischen einem und zweieinhalb Prozent.
»Fasst man diese einzelnen Kostenpunkte in einer beispielhaften Modellrechnung zusammen, sind die Kosten im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um rund 2,8 Prozent gestiegen«, so das Fazit des Ministeriums zum BW-Index. Der BW-Index 2025 zeigt aus Sicht des Ministeriums, dass »der ÖPNV zwar weiter mit steigenden Kosten konfrontiert ist«, die Entwicklung stelle sich jedoch »glücklicherweise moderater dar als 2024«.
»Ohne unterjährige Anpassung werden Verkehrsunternehmen gezwungen, Kostenexplosionen vorzufinanzieren.«
WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg
Beim Baden-Württemberg-Index erfolgt die Anpassung einmal jährlich, sie sorgt für eine verlässliche Finanzierung der langlaufenden Verträge, wirkt systembedingt aber zeitverzögert. So kann bei massiven Kostensprüngen kann der zeitliche Versatz zwischen Anfall der Kosten und Ausgleichszeitpunkt – also der Nachlauf für die Unternehmen – zum Liquiditätsproblem werden. Ein Beispiel sind aktuell die stark gestiegenen Dieselpreise, die in kürzester Zeit den bisherigen Höchststand im Krisenjahr 2022 übertroffen haben. Diesel macht aber einen hohen Kostenanteil am Verkehr aus. Ohne Abschlagsregelungen müssen diese Kosten gegebenenfalls monatelang vorfinanziert werden – das kann zu Liquiditätsengpässen führen.
»Bei massiven Kostensteigerungen entscheidet nicht der Index, sondern die Abschlagszahlung über die Liquidität der Unternehmen. Ohne unterjährige Anpassung werden Verkehrsunternehmen gezwungen, Kostenexplosionen vorzufinanzieren – das ist wirtschaftlich auf längere Sicht nicht tragfähig und gefährdet den öffentlichen Verkehr im Land«, sagte Yvonne Hüneburg, Geschäftsführerin des Verbands Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen (WBO).
Um besonders hohen Kostenexplosionen liquiditätsmäßig abzufangen, sei es für Unternehmen »geradezu existenziell Abschläge zu erhalten«, betont in dieser Zusammenhang und mit Blick auf die aktuellen Preissteigerungen beim Diesel der WBO. Abschlagszahlungen bedeuten: Laufende, unterjährige Anpassungen der Vergütung, orientiert an der aktuellen Kostenentwicklung. Sie wirken laut WBO daher wie ein »Liquiditätspuffer in Echtzeit« – gerade in Krisenzeiten ist dies von großer Bedeutung für die Unternehmen.
Bereits im November 2020 wurde eine Vereinbarung zwischen dem Verkehrsministerium, den kommunalen Landesverbänden und dem WBO zum »Bündnis für den Mittelstand« getroffen. Ziel dieses Bündnisses ist es, die Rahmenbedingungen für mittelständische Unternehmen zu verbessern, wobei verschiedene Maßnahmen ergriffen wurden. Eine dieser Maßnahmen war die Einführung des BW-Index ÖPNV Straße, der jährlich veröffentlicht wird und eine einheitliche Fortschreibung der Kosten für Verkehrsleistungen im Land ermöglicht. Dies soll einen qualitativ hochwertigen öffentlichen Personennahverkehr in Baden-Württemberg fördern.
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