Der Busverkehr in Ostholstein könnte in die Regie des Kreises kommen, ein Gutachten nennt allerdings auch Nachteile einer Kommunalisierung.
Im Kreis Ostholstein sind die Pläne für eine Kommunalisierung des Busverkehrs weiter fortgeschritten, berichtet das Online-Portal des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags
»SHZ«. Derzeit sind Busse der Autokraft und der Rohde Verkehrsbetriebe in Ostholstein unterwegs. Die Pläne zur Rekommunalisierung des Busverkehrs in Ostholstein würden »immer konkreter«, heißt es. So könne der Kreis bald engere Gespräche mit dem Kreis Plön aufnehmen, denn dies sieht die Empfehlung von Gutachtern vor.
Im Detail geht es dabei um die Beteiligung an den Verkehrsbetrieben des Kreises Plön (VKP). Eine der Optionen zur Zukunft des ÖPNV sieht vor, dass Ostholstein entweder einen eigenen Busbetrieb gründet oder in ein bereits bestehendes kommunales Verkehrsunternehmen in der Region einsteigt. Letztere Variante war laut Gutachten als am effektivsten bezeichnet worden. Die Zusammenarbeit mit dem Kreis Plön biete zudem höhere »Einfluss- und Steuerungspotenziale« und lasse somit »bezogen auf Qualitätsaspekte den größten Nutzen erwarten«, heißt es in dem Gutachten.
Nachdem erste Gespräche bereits stattgefunden hätten, sollten die weiteren Verhandlungen nun intensiviert werden. Hintergrund ist, dass Ostholsteins Verträge mit der Autokraft und Rohde Verkehrsbetriebe 2030/31 auslaufen und der Aufbau einer eigenen ÖPNV-Infrastruktur benötigt zeitlichen Vorlauf. »Um eine Umsetzung bis zum Betriebsstart Mitte 2030 zu ermöglichen, ist eine Entscheidung bis spätestens Anfang 2027 zu treffen«, schreibt das Beraterbüro, aus dessen Feder das Gutachten stammt. Es empfiehlt daher dem Kreis, »kurzfristig einen gemeinsamen Prozess zur Ausgestaltung der Zusammenarbeit mit der VKP zu starten und bis Ende 2026 eine Umsetzungsentscheidung zu treffen«.
Im Gutachten steht allerdings ebenfalls, dass es negative Auswirkungen gibt, wenn Ostholstein den Busverkehr kommunalisiert: So wird prognostiziert, dass der finanzielle Aufwand beim Einstieg in die VKP gegenüber dem Status quo strukturell um etwa 9,3 Prozent steigen wird. Laut »SHZ« schlugen die Kosten für ÖPNV samt Schülerbeförderung zuletzt in Ostholsteins Haushalt mit einem Fehlbetrag von rund 17,5 Millionen Euro zu Buche – bis 2029 wird mit einer Steigerung auf etwa 23 Millionen Euro gerechnet.
20.11.2024
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