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Wirtschaftsnachrichten für Personenverkehr
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Nach intensiven Verhandlungen bis tief in die Nacht auf Dienstag, 10. März, haben sich die Tarifparteien im kommunalen Nahverkehr in Baden-Württemberg auf einen neuen Manteltarifvertrag verständigt. ( Foto: Stadtwerke Tübingen/ Marquardt )
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»Einigung stellt ausgewogenen Kompromiss dar« - meistgelesen am 11. März 2026
Bawü: Tarifeinigung im kommunalen ÖPNV
Nach intensiven Verhandlungen bis tief in die Nacht auf Dienstag, 10. März, haben sich die Tarifparteien im kommunalen Nahverkehr in Baden-Württemberg auf einen neuen Manteltarifvertrag verständigt.
Dies teilten der Kommunale Arbeitgeberverband Baden-Württemberg (KAV) und Verdi Baden-Württemberg in einer gemeinsamen Mitteilung mit. 

Nach Angaben von Verdi Baden-Württemberg und KAV umfasst der Abschluss ein Gesamtpaket, das sowohl Verbesserungen für Beschäftigte als auch Planungssicherheit für die kommunalen Verkehrsunternehmen schaffe.

Der KAV betont, dass das Ergebnis die wirtschaftlich angespannte Lage vieler Kommunen berücksichtige und gleichzeitig gezielte Verbesserungen bei Zuschlägen und zu besonders belastenden Arbeitszeiten vorsehe.
Verdi hebt hervor, dass mit dem Tarifergebnis alle wesentlichen noch bestehenden Ungerechtigkeiten bei Zuschlägen und Eingruppierung behoben würden und die erforderliche Anpassung der Arbeitsbedingungen an die Herausforderungen der Verkehrswende und des anhaltenden Fachkräftemangels auf den Weg gebracht worden sei.

Der Tarifabschluss enthält mehrere Anpassungen bei Zuschlägen und Arbeitsbedingungen:
- Der Nachtzuschlag steigt auf 25 Prozent.
- Die Zeitspanne für Samstagszuschläge wird ab Juni 2026 ausgeweitet. Zugleich steigt der Samstagszuschlag schrittweise bis 2028 auf 20 Prozent.
- Alle Zuschläge werden bis 2029 stufenweise erhöht.
- Die Bezahlung von Überstunden wird bis zum Jahr 2030 in zwei Stufen verbessert, ab 2030 erfolgt eine individuelle Bezahlung von Überstunden.
- Für benannte gewerkschaftlich organisierte Vertrauensleute wird eine zeitweise Freistellung vereinbart.
- Ab 2029 sind tariflich 10,5h Mindestruhezeiten vereinbart.
Zudem wird der Manteltarifvertrag mit allen Regelungen bis Ende Dezember 2029 verlängert. Für diesen Zeitraum gilt für den Manteltarifvertrag Friedenspflicht bis Januar 2030.

Der KAV erklärt weiter, dass die Einigung einen ausgewogenen Kompromiss darstelle. Sie ermögliche Verbesserungen für die Beschäftigten, ohne die kommunalen Haushalte übermäßig zu belasten. »Mit der Einigung stellen wir sicher, dass Überstunden die Ausnahme bleiben«, so KAV-Hauptgeschäftsführerin Sylvana Donath. Dies sei eine der zentralen Forderungen von Verdi gewesen.

Ein zentrales Thema der Verhandlungen sei zuletzt ein Vorschlag zur Differenzierung von Leistungen nach Gewerkschaftsmitgliedschaft gewesen. Dieser Ansatz sei nach einer Absage der Arbeitgeberseite nicht weiterverfolgt worden. «Die Forderung, bisher vereinbarte Verbesserungen nur für Gewerkschaftsmitglieder auszusetzen, hätte zu einer Spaltung der Belegschaft und Unterschieden im Entgelt von bis zu 5 Prozent geführt. Diese Differenzierung ist vom Tisch«, sagte Donath. »Die Einigung schafft Planungssicherheit und stärkt den langfristigen Betriebsfrieden.«
Arbeit zu besonders belastenden Zeiten werde schrittweise besser vergütet. Damit sollen Dienste in der Nacht und an Samstagen für die Beschäftigten wieder attraktiver werden.

Jan Bleckert, Verdi Verhandlungsführer: »Wir haben diese Tarifrunde mit einem hohen Maß an Verantwortungsbereitschaft geführt. Dank der hohen Streikbereitschaft ist es uns mit nur einem Streiktag gelungen, die Arbeitgeber dazu zu bringen, Verantwortung für ihre Beschäftigten zu übernehmen. Unser angebotenes und schließlich abgelehntes Kompensationspaket hat den Weg für einen Abschluss ohne Kompensationen für die Arbeitgeber frei gemacht. Es war auch die Grundlage für eine Stärkung der gewerkschaftlichen Arbeit im Betrieb und somit auch ein starkes Zeichen für die Stärkung der Demokratie im Betrieb. Und wir konnten am Ende hinter fast alle unsere Forderungen einen Haken machen.«
Von: Vera Wendlandt
Veröffentlicht am: 11.03.2026
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